Für das Jahr 2026 wird aus den Analysen von eXp Germany ein Wachstum des deutschen Wohnungsbestands von 0,9 % prognostiziert. Dies würde die Gesamtzahl der Wohnimmobilien auf geschätzte 42,1 Millionen Einheiten erhöhen, was einem historischen Höchststand entspräche und erstmals die 42-Millionen-Marke überschreiten würde. Die Grundlage dieser Prognose bildet eine umfassende Auswertung historischer Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Wohnimmobilien.
Zur Erstellung der Vorhersage wurde ein Exponential Smoothing (ETS) Prognosemodell verwendet, welches Interpolationselemente integriert und auf einem mittleren Konfidenzintervall basiert. Dieses Modell ermöglichte die Schätzung der Entwicklung des Wohnungsbestands in Deutschland bis zum Jahr 2026 und berücksichtigt dabei die langfristigen Trends auf dem Immobilienmarkt. Die Methodik ist darauf ausgelegt, die zukünftige Entwicklung basierend auf vergangenen Mustern zu projizieren.
Historische Entwicklung und aktuelle Herausforderungen
Der deutsche Wohnungsbestand hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich vergrößert. Seit dem Jahr 2000 stieg die Anzahl der Wohnimmobilien von 38,1 Millionen auf 41,8 Millionen Wohnungen im Jahr 2024. Diese Entwicklung unterstreicht das beständige Wachstum und die Robustheit des deutschen Wohnungsmarktes über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Zahlen belegen eine kontinuierliche Erweiterung der Kapazitäten im Wohnsektor.
Im Jahr 2025 zeigte sich jedoch eine Verlangsamung des Wachstums; die Gesamtzahl der Wohnimmobilien verringerte sich um 0,2 % auf 41,7 Millionen Wohnungen. Dieser moderate Rückgang war der erste jährliche Rückgang seit 2020 und reflektiert die vielschichtigen Herausforderungen des Wohnungssektors. Zu diesen Faktoren zählen erhöhte Finanzierungskosten, eine gedämpfte Bautätigkeit sowie eine anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit, die Investitionsentscheidungen beeinflusst.
Prognostizierte Erholung und Marktwiderstandsfähigkeit
Die aktuelle Prognose deutet darauf hin, dass die Phase der Verlangsamung von kurzer Dauer sein könnte. Es wird erwartet, dass der Wohnungsbestand in Deutschland im Jahr 2026 um rund 375.000 Wohnungen zunimmt. Dies würde die landesweite Gesamtzahl auf geschätzte 42,1 Millionen Immobilien bringen. Sollte sich diese Entwicklung realisieren, wäre dies die höchste jährliche Wachstumsrate seit 2015 und der größte jemals in Deutschland erfasste Wohnungsbestand.
Diese Entwicklung signalisiert einen Markt, der trotz der jüngsten Herausforderungen grundsätzlich widerstandsfähig bleibt. Obgleich das Wachstum voraussichtlich weiterhin moderat ausfallen wird, deutet die erwartete Rückkehr zur Expansion darauf hin, dass sich der Sektor an die sich ändernden Marktbedingungen anpasst und nach einer Phase der Konsolidierung wieder an Dynamik gewinnt. Mark Ritter, Geschäftsführer von eXp Germany, hebt hervor, dass die prognostizierte Rückkehr zum Wachstum ein ermutigendes Zeichen sei und eine bedeutende Erweiterung des nationalen Wohnungsbestands darstelle. Er betont, dass der Anstieg einen Markt widerspiegele, der auf einer nachhaltigeren Grundlage an Schwung gewinnt und langfristig Stabilität sowie Widerstandsfähigkeit zeigt, was die Stärke der zugrunde liegenden Fundamentaldaten untermauere.




