Der Hamburger Büromarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 eine gedämpfte Aktivität. Nach einem Flächenumsatz von etwa 99.000 m² im ersten Quartal reduzierte sich die Vermietungsleistung im zweiten Quartal auf rund 91.000 m². Dies resultierte in einem kumulierten Flächenumsatz von circa 190.000 m² zum Halbjahr, was einer Reduktion von 13 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Matthis Rabels, Senior Immobilienberater bei Angermann Real Estate Advisory AG, merkte an, dass Hamburger Büromieter ihre Anmietungsentscheidungen unter den derzeit anspruchsvollen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen intensiver prüfen.
Mietpreisentwicklung und Flächenverfügbarkeit
Die Durchschnittsmiete stieg im Berichtszeitraum moderat von 22,70 €/m² auf 22,80 €/m². Die Spitzenmiete blieb indes stabil bei 37,00 €/m². Parallel dazu erhöhte sich der Leerstand an Büroflächen im Verlauf des zweiten Quartals 2026 von rund 913.000 m² auf etwa 921.000 m². Dies entspricht einer Leerstandsquote von 6,4 %. Matthis Rabels betonte, dass trotz des gestiegenen Leerstands die Verfügbarkeit und Marktfähigkeit von Büroflächen stark von der jeweiligen Lage, dem Flächenkonzept und der Qualität abhängen. Eine Entspannung der Flächenknappheit im Premiumsegment durch freiwerdende Flächen sei in den kommenden Monaten nicht zu erwarten.
Standorte und Branchen im Fokus
Die Hamburger City behauptete ihre Position als umsatzstärkster Bürostandort mit einem Flächenumsatz von rund 47.200 m² im ersten Halbjahr 2026. Es folgen die City Süd mit circa 27.100 m² und die HafenCity mit etwa 26.300 m². Im Branchenvergleich dominierte der Sektor Verkehr, Transport und Logistik mit einer Vermietungsleistung von rund 26.600 m². Dahinter platzierten sich IT/Multimedia mit etwa 21.800 m² und die Beratungsbranche mit rund 14.700 m².
Die größte Anzahl an Mietverträgen, insgesamt 113, wurde im ersten Halbjahr 2026 im Flächensegment zwischen 250 m² und 700 m² abgeschlossen. Diese Verträge repräsentierten eine Vermietungsleistung von rund 50.900 m², was 27 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Den größten Anteil am Gesamtflächenumsatz, 42 %, entfielen auf Objekte über 1.500 m² mit einem Volumen von circa 79.700 m², verteilt auf 19 Mietverträge. Für das zweite Halbjahr wird es nach Aussage von Matthis Rabels entscheidend sein, inwieweit die grundsätzlich vorhandene Nachfrage effizienter in konkrete Mietverträge überführt werden kann.




