Die Landmarken AG hat das Areal des St. Elisabethen-Krankenhauses in Lörrach, einschließlich Bestandsbauten, für eine umfassende Quartiersentwicklung erworben. Verkäufer der Liegenschaft, welche einen Parkplatz und die ehemalige Kinder- und Jugendpsychiatrie umfasst, ist der Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Freiburg. Auf einer Gesamtfläche von 21.450 Quadratmetern ist die Schaffung von Wohnraum sowohl in bestehenden Gebäuden als auch in geplanten Neubauten vorgesehen. Das Vorhaben inkludiert zudem die Einrichtung einer Kindertagesstätte sowie weiterer quartiersnaher Infrastrukturen.
Dieses Projekt stellt das erste Wohnentwicklungsvorhaben der Landmarken AG in Baden-Württemberg dar. Durch diesen Erwerb erhöht sich das Entwicklungsvolumen des Unternehmens im Bereich Wohnen auf rund 330.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Das ab 1912 errichtete Krankenhaus entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem bedeutenden Zentrum für Frauen-, Kinder- und Jugendmedizin in Südbaden. Der Krankenhausbetrieb wurde bereits 2018 von den Vinzentinerinnen an die Kliniken des Landkreises Lörrach übergeben und soll 2027 mit den Kliniken des Landkreises Lörrach und dem Krankenhaus in Schopfheim in ein neues Zentralklinikum umziehen.
Konzept und Planung
Christine Rumpf, Leiterin der Landmarken-Niederlassung Rhein-Main, betonte die historische Relevanz des Standortes und die Absicht, eine Entwicklung zu gestalten, die diesem Ort gerecht wird und soziale Wirkung entfaltet. Die Landmarken AG verfügt über Erfahrung in der Entwicklung und Realisierung von Wohnquartieren in Nordrhein-Westfalen. Durch verbundene Unternehmen wie POHA House, einen Co-Living-Betreiber, und Stadtmarken als Verwalter sowie Beteiligungen an Senior-Living-Anbietern wie Lively, besteht umfassende Kompetenz für sowohl die Entwicklung als auch den späteren Betrieb der Liegenschaften.
In der Region Lörrach, nahe des Wirtschaftsraums Basel, wird eine hohe grenzübergreifende Nachfrage nach Wohnraum für verschiedene Zielgruppen identifiziert. Das Konzept, Wohnraum und Gemeinschaftsangebote für alle Generationen in zentraler Lage zu schaffen, entspricht der Unternehmensphilosophie der Landmarken AG. Die Generaloberin Schwester Gertrudis Ruf äußerte, dass für den Orden eine „ordensverträgliche Nachnutzung“ entscheidend war, welche den städtebaulichen Zielen der Stadt Lörrach entspricht. Frühzeitig wurden gemeinsam mit der Stadt Kriterien für ein sozialverträgliches und gemeinschaftsförderndes Wohnkonzept erarbeitet.
Das Nachnutzungskonzept der Landmarken AG überzeugte, woraufhin in Workshops mit der Stadt Lörrach, Landmarken und dem Architekturbüro Sacker Architekten aus Freiburg ein städtebauliches Konzept entwickelt wurde. Ziel ist die Ausarbeitung eines städtebaulichen Grundlagenvertrags mit der Stadt Lörrach bis Herbst, um anschließend das Planungsrecht zu schaffen. Bis Ende 2028 soll der Satzungsbeschluss erfolgen, um ein urbanes Quartier mit über 300 Wohneinheiten zu realisieren.
Nachhaltigkeit und Nutzungsvielfalt
Ein signifikanter Anteil der Wohneinheiten, etwa ein Drittel, soll in Bestandsgebäuden entstehen, welche für die neue Nutzung transformiert werden. Dazu zählen Bauteile mit ehemaligen Patientenbetten, insbesondere das historische Haupthaus des Krankenhauses mit seinem säulenverzierten Innenhofportal. Flächen, die nicht für Wohnnutzungen geeignet sind, wie der Parkplatz oder das ehemalige Schwesternwohnheim, weichen Neubauten. Tiefgaragen unter den Neubauten sind für Fahrräder und Autos vorgesehen. Ein relevanter Anteil der Mietwohnungen soll öffentlich gefördert werden, um bezahlbaren Wohnraum für Familien, Studierende, Auszubildende und Senioren zu schaffen.
Die öffentliche Durchwegung im Areal bleibt erhalten. Ergänzend zur Kindertagesstätte plant die Landmarken AG einen öffentlichen Kinderspielplatz, ein Café im Innenhof und zusätzliche Begrünungsmaßnahmen. Weitere Nutzungen wie Arzt- oder Therapiepraxen sind ebenfalls vorgesehen. Die Transaktion wurde durch Sprenker & Röder Immobilien in Kooperation mit MSI Gewerbeimmobilien vermittelt.




